Man stelle sich vor: Zwei Freunde, Walter und Welf-Gerrit, sitzen bei einer Tasse Tee und tauchen in die Tiefen der Kulturwissenschaft, Geschichte und menschlichen Existenz ein. Was als lockeres Plaudern beginnt, wird schnell zu einem Staffellauf aus Ideen, welcher von den Brüdern Grimm über künstliche Intelligenz bis hin zur Friesischen Freiheit reicht. Beide zeigen wir, dass Kultur nicht nur verbindet, sondern auch ganz schön unterhaltsam sein kann.

Walter: Vielen Dank, Gerrit, dass du bereit bist, dieses Gespräch mit mir zu führen – anlässlich der Festschrift zu meinem 70. Geburtstag. Herzlich willkommen und danke dir!

Welf-Gerrit: Danke, Walter, dass ich dabei sein darf. Es ist wirklich eine Ehre, Teil dieser Festschrift zu sein.

Walter: Super, das freut mich. Ich habe meine Gesprächspartner bewusst ausgewählt, basierend darauf, was sie mit meinem beruflichen und privaten Werdegang zu tun haben. Als Kulturwissenschaftler beschäftigst du dich mit Themen, die auch mich interessieren. Da gibt es Berührungspunkte, und deshalb können wir auch nach all der Zeit noch miteinander reden.

Welf-Gerrit: Genau, ich würde sogar sagen, dass wir inzwischen Freunde sind.

Walter: Das ist der Punkt! Um einen Einstieg zu finden: Du bist promovierter Kulturwissenschaftler. Könntest du kurz erklären, was Kulturwissenschaft eigentlich ist und wie du dazu gekommen bist?

Welf-Gerrit: Das ist eine knifflige Frage, weil Kulturwissenschaft ein sehr breites Feld ist. Es umfasst Disziplinen wie Archäologie, Kunstwissenschaft oder Europäische Ethnologie – so hieß es an manchen Universitäten. Ursprünglich kommt das Fach aus der Volkskunde, die wiederum aus der Germanistik hervorgegangen ist.

Jacob und Wilhelm Grimm gelten als Pioniere der Kulturwissenschaft, weil sie im frühen 19. Jahrhundert erstmals folkloristische, mythische und sprachliche Überlieferungen systematisch sammelten, vergleichend auswerteten und dadurch das Alltagswissen des Volkes als zentralen Forschungsgegenstand etablierten. Mit den Kinder- und Hausmärchen, den Deutschen Sagen und ihrem monumentalen Deutschen Wörterbuch verbanden sie philologische Genauigkeit mit kulturgeschichtlicher Deutung und schufen so eine interdisziplinäre Methodik aus Feldforschung, Quellenstudium und vergleichender Analyse. Ihre Betonung des Zusammenhanges von Sprache, Tradition und sozialer Praxis legte das Fundament für die Volkskunde und prägte das kulturwissenschaftliche Denken in Deutschland und ganz Europa bis heute nachhaltig.

Wilhelm Heinrich Riehl, ein weiterer wichtiger Name, gilt ebenfalls als einer der Wegbereiter der deutschen Kulturwissenschaft, weil er im 19. Jahrhundert erstmals soziale Strukturen und Alltagskultur systematisch als Forschungsgegenstand begriff. Mit seiner vierbändigen „Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Social-Politik“ legte er das Fundament für die Volkskunde und prägte das Verständnis von Kulturgeschichte als Wissenschaft vom Leben der Gemeinschaft. Seine methodische Maxime – die „Wissenschaft vom Volke“ erfordere eigenes Erwandern und Anschauen des Forschungsfelds – war bahnbrechend und beeinflusst bis heute die ethnologische und kulturwissenschaftliche Arbeit.

Bei den Brüdern Grimm hatte das Ganze auch einen demokratischen Anspruch, vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und der Nationalstaatsbewegung, noch ohne den späteren chauvinistischen Nationalismus.

Wie ich dazu gekommen bin? Eigentlich wollte ich Forstwissenschaft studieren, aber in der Wesermarsch, wo ich aufgewachsen bin, gibt es kaum Wälder, also fiel das Praktikum flach. Stattdessen habe ich bei den Kreisarchäologen in Brake ein Praktikum gemacht, und die Archäologie hat mich sofort gepackt. Sie beantwortet Fragen wie: Wo kommen wir her? Wer sind wir? Wo gehen wir hin? Als ich in Freiburg studiert habe, hat mich die Archäologie weiter fasziniert, besonders die schriftlosen Völker. Das führte mich zur Völkerkunde, wo ich Vergleiche mit Kulturen wie in Papua-Neuguinea oder Zentralafrika gezogen habe.

Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass mich meine eigene Kultur mehr interessiert. Fremde Kulturen sind spannend, aber ich habe weder die sprachlichen Fähigkeiten noch das Bedürfnis, da vollständig einzutauchen.

Der Strukturalist Claude Lévi-Strauss hat gesagt, dass man Kulturen nur von außen wirklich verstehen kann. Ich habe festgestellt, dass ich meine eigene Kultur durch meine Außensicht – weil ich immer etwas ein Außenseiter war – gut analysieren kann, aber auch genug eingebunden bin, um sie zu verstehen.

Walter: Das führt schon zu einem wichtigen Punkt: die kolonialen Wissenschaften. Themen wie kulturelle Aneignung kommen ja oft auf. Stammt das aus der Kulturwissenschaft, oder ist das eher ein Thema der Politikwissenschaft oder Philosophie?

Welf-Gerrit: Kulturelle Aneignung ist in den letzten Jahren in der Populärkultur sehr präsent geworden, aber auch in meinem Fach. Als ich in den 2000er-Jahren studiert habe, war das ein großes Thema. Ich finde den Begriff problematisch, weil er von einer statischen Vorstellung von Kultur ausgeht, die einer bestimmten Ethnie gehört und von anderen nicht angefasst werden darf. Das erinnert mich an völkische Ideologien, wie sie im Dritten Reich vertreten wurden. Kulturen sind doch immer in Bewegung, sie vermischen sich ständig. Diese starre Sichtweise finde ich fast schon faschistoid – entschuldige den starken Begriff.

Walter: Spielt die Kulturwissenschaft in der öffentlichen Diskussion eine große Rolle, oder ist sie eher etwas Museales, das die Gesellschaft ziert? Hat sie wirklich Einfluss?

Welf-Gerrit: Sie könnte großen Einfluss haben, hat es aber oft nicht. Denker wie Richard David Precht zeigen, dass philosophische oder kulturwissenschaftliche Ansätze populär sein können, aber unsere Gesellschaft wird eher von Ökonomen geprägt. Nach dem 11. September hatten Islamwissenschaftler kurzzeitig Einfluss, aber das ist vorbei. Dabei ist Kulturwissenschaft zentral für eine funktionierende multikulturelle Gesellschaft. Sie könnte helfen, viele Konflikte zu verstehen und nicht gegen die Wand zu fahren. Es gab viele „Turns“ in der Kulturwissenschaft, die sie zeitgemäß gemacht haben, weg von kolonialen Ansätzen.

Walter: Ich sehe die Kulturwissenschaft als eine Art Nachfolgerin der Philosophie, die wiederum die Theologie abgelöst hat. Früher war Philosophie die alles verbindende Denkschule, aber im 19. Jahrhundert hat sie ihren Alleinvertretungsanspruch an Teilwissenschaften wie die Natur- oder Kulturwissenschaften abgegeben. Ist die Kulturwissenschaft nicht eine Querschnittswissenschaft, die alles – Gesellschaft, Psychologie, Geschichte – zusammenführt?

Welf-Gerrit: Genau, das stimmt. Kulturwissenschaft umfasst alles, was menschliches Handeln betrifft – von der Mondfahrt bis zur Mode, Musik oder Religion. Selbst Naturwissenschaften sind Teil der Kultur, weil unser Blick auf die Natur kulturell geprägt ist. Die Fragmentierung der Wissenschaften begann in der Renaissance, aber Kulturwissenschaft bringt das alles wieder zusammen.

Walter: Ist sie dann eher eine verbindende oder trennende Wissenschaft? Wenn wir zum Beispiel die Klimawissenschaft nehmen: Unsere aufklärerische Tradition sagt uns, wissenschaftliche Ergebnisse ernst zu nehmen. Aber andere Kulturen haben andere Paradigmen. Wie geht die Kulturwissenschaft mit diesem Konflikt um?

Welf-Gerrit: Das ist genau der Punkt. Die Kulturwissenschaft hinterfragt den Eurozentrismus, also die Annahme, dass unsere Denkweise universell ist. Sie zeigt, dass andere Kulturen, wie die Mongolen mit ihrer Kategorisierung von Lebensformen nach Lebensraum statt nach biologischen Merkmalen, einfach anders denken – nicht schlechter, sondern anders. Unsere rationalistische Denkweise ist eine Konstruktion, die wir über Jahrhunderte entwickelt haben. Kulturwissenschaft hilft, das zu erkennen und unseren hegemonialen Anspruch zu hinterfragen.

Walter: Das ist spannend, weil wir mit unserem eigenen kulturellen Training erkennen können, dass wir vielleicht auf dem Holzweg sind. Wenn wir den Eurozentrismus weiterverfolgen, landen wir in einer Sackgasse, weil andere Kulturen – Asien, Afrika, Südamerika – anders denken. Müssen wir nicht lernen, dass wir nicht im Alleinbesitz der Wahrheit sind?

Welf-Gerrit: Absolut. Wir müssen uns öffnen und anerkennen, dass es andere intellektuelle Wege gibt, die Welt zu erklären. Gleichzeitig müssen wir unsere Denkweise gegen absolutistische Ansprüche anderer Kulturen verteidigen, die behaupten, ihre Sicht sei die einzige Wahrheit. Es gibt Beispiele aus dem Kontext monotheistischer Religionen, wo dieser Anspruch erhoben wird, und das ist gefährlich.

Walter: Historisch gesehen gab es immer Einflüsse von außen – Schopenhauer mit dem Buddhismus, Goethe mit den Persern. Aber irgendwann haben wir das Fenster wieder geschlossen und unseren Universalismus, zum Beispiel mit den Menschenrechten, durchgesetzt, teilweise mit Gewalt. Ist das nicht ein Problem?

Welf-Gerrit: Ja, das ist ein großes Problem. Dieser imperialistische Anspruch, unsere Werte global durchzusetzen, ist veraltet. Die Welt hat sich verändert, und andere Kulturen, etwa in Asien, fühlen sich davon bevormundet. Man hat das bei der documenta fifteen 2022 in Kassel gesehen, wo westliche moralische Ansprüche auf andere Kulturen projiziert wurden, was als imperialistisch wahrgenommen wurde.

Walter: Könnte es sein, dass wir an einem Wendepunkt stehen, ähnlich der Renaissance? Die westliche Vorherrschaft, die mit Kolumbus begann, scheint zu enden. Erleben wir gerade den Beginn eines neuen intellektuellen Zeitalters?

Welf-Gerrit: Davon bin ich überzeugt. Nicht nur die westliche Vorherrschaft endet, sondern vielleicht sogar das Anthropozän. Mit der künstlichen Intelligenz (KI) und der technologischen Singularität – dem Punkt, an dem Maschinen sich selbst programmieren – verlieren wir Menschen den Einfluss. Das ist ein massiver Einschnitt, vergleichbar mit der Sesshaftwerdung vor 10.000 Jahren. Es passiert unglaublich schnell.

Die technologische Singularität bezeichnet den hypothetischen Moment, in dem künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz übersteigt und sich autonom weiterentwickelt. Sie läutet das Ende des Anthropozäns ein, weil dann nicht mehr menschliche Entscheidungen, sondern selbstoptimierende Technologien die gesellschaftlichen Strukturen in bislang ungekanntem Tempo formen. Damit schließt sich die Epoche, in der der Mensch als zentrale Triebkraft planetarer Veränderungen galt, und es beginnt ein neues Zeitalter technogener Dynamik.

Walter: Ist das zu apokalyptisch gedacht? Wir haben den technologischen Wandel, die KI, den kulturellen Konflikt – könnte die Maschinenrevolution diese Konflikte überdecken?

Welf-Gerrit: Es ist nicht unbedingt dystopisch, sondern eine Frage, was dabei herauskommt. Solche Umbrüche gab es immer, wie in der Frühen Neuzeit mit der Entdeckung Amerikas, Pestwellen und Hexenverfolgungen, um nur ein Beispiel zu nennen. Es ist eine Zeit großer Bewegung, und wir geben Einfluss an andere Kulturen und Technologien ab. Das ist nicht zwangsläufig negativ, aber es verändert alles radikal.

Walter: Könnte es sein, dass Konflikte eskalieren müssen, um etwas Neues zu schaffen? Vielleicht verlieren wir im Wettbewerb – ökonomisch, kulturell – gegen andere, wie China. Imperien kommen und gehen, und vielleicht entsteht danach etwas völlig Neues.

Welf-Gerrit: Das ist gut möglich. Es könnte eine Art Renaissance sein, eine Neuinterpretation alter Ideen. Wir sehen ja, wie konservative Vorstellungen, die wir in den 80ern nicht erwartet hätten, zurückkehren, wie der Islamismus. Geschichte bewegt sich in Wellen, und nach einem Konflikt – vielleicht sogar einem Krieg – könnte etwas Neues entstehen, das alte Ideen aufgreift, aber anders.

Walter: Ich habe manchmal das Gefühl, wir drehen uns im Kreis. Als wäre ich wieder in der 11. Klasse und höre meinem Geschichtslehrer zu, der mir den Zweiten Weltkrieg erklärt. Alles, was zwischendrin war, scheint gescheitert, und wir sind wieder da, wo wir angefangen haben. Verliert man da nicht den Glauben an eine Besserung der Menschheit?

Welf-Gerrit: Das kann einen wirklich traurig machen. Die Vorstellung, dass die Geschichte linear besser wird, ist naiv. Wir machen die gleichen Fehler – Krieg, Chauvinismus, Bereicherung. Im Hinduismus gibt es die Idee von Zyklen, und wir scheinen in einem Abwärtstrend zu sein.

Das zyklische Geschichtsbewusstsein im Hinduismus beruht auf dem Prinzip endloser Zeitzyklen, der Kalpas. Jeder Kalpa unterteilt sich in vier Yugas – Satya-, Treta-, Dvapara- und Kali-Yuga –, deren Sequenz einen Maha-Yuga bildet. Nach mehreren Maha-Yugas folgt eine kosmische Auflösung (Pralaya), gefolgt von einer erneuten Schöpfung. Dieser fortwährende Kreislauf (Samsara) verdeutlicht die Illusion (Maya) einer linearen Zeit und betont das ewige Wiederkehren der Welten.

Besonders in unserem postfaktischen Zeitalter, wo Logik oft keine Rolle spielt und es mehr um Emotionen und Atmosphären geht, auch durch die Medienlandschaft, macht es schwer, aus der Geschichte zu lernen. Der Aspekt des Pralaya, der im Hinduismus die kosmische Auflösung aller Formen beschreibt, lässt sich hier als Metapher für das mediale Zerbersten etablierter Narrative auffassen. In diesen Fluten von Schlagzeilen und gefühlten Wahrheiten zerschmelzen historische Kontexte, bis eine Leerstelle entsteht, die sogleich von neuen, oft widersprüchlichen Erzählungen wieder aufgefüllt wird. So erleben wir eine permanente Dialektik aus Zerstörung und Neuerfindung von Bedeutung, bei der verlässliche Fakten im Strudel emotional aufgeladener Atmosphären versickern.

Walter: Den Kulturwissenschaftler gefragt: Macht es mehr Sinn, den deutschsprachigen Raum als geschlossenen Kulturraum zu sehen oder ihn in Funktionsbereiche wie Medien aufzuteilen? Sind die Medien nicht Teil unseres kulturellen Systems, das wir selbst beeinflussen?

Welf-Gerrit: Es ist nicht zu trennen. Die Medien funktionieren nach Angebot und Nachfrage, sie entsprechen unserem hegemonialen kapitalistischen Prinzip. Die Leute wollen einfache, schnell konsumierbare Inhalte, und das bekommen sie geliefert. Das ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess. Wir sind Sender und Empfänger zugleich, und dieser konservative oder reaktionäre Shift ist ein kulturelles Ergebnis unserer Interaktion.

Walter: Es ist faszinierend, wie wir uns selbst mit unseren Mitteln schaden. Der amerikanische Pragmatismus, der Individualismus – von Thoreau bis zu modernen Bewegungen wie den Reichsbürgern – kippt ins Gegenteil und schwächt die Demokratie. Kann es sein, dass Trump der Erbe dieser Ideen ist?

Welf-Gerrit: Ja, das ist eine logische Verbindung. Der Individualismus, der ursprünglich positiv war, kann elitär und menschenverachtend werden, wenn man ihn zu Ende denkt. Das sehen wir in vielen Bewegungen, etwa beim Christentum, das von einer philanthropischen Idee zu menschenverachtenden Kreuzzügen geführt hat, als es institutionalisiert wurde. Alles kippt ins Negative, wenn es dogmatisch wird.

Walter: Zum Schluss, auf unserer Arbeitsebene: Als Leiter der Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft vertrittst du eine bestimmte Kulturvorstellung. Kann Kultur tatsächlich die Barbarei fernhalten und das Gute, Wahre, Schöne fördern?

Welf-Gerrit: Kultur kann beides – Positives und Negatives bewirken. Im Nationalsozialismus wurde sie menschenverachtend instrumentalisiert, aber sie kann auch humanistisch wirken. In der Kulturagentur arbeiten wir daran, positive Werte wie die Friesische Freiheit zu zelebrieren, inklusiv für alle, auch für Menschen aus anderen Ländern. Kultur schafft Zugehörigkeit und Identifikation, was unglaublich mächtig ist. Sie spricht Emotionen an, näher am Menschlichen als die rationale Logik. Mit Projekten wie unserem Nachhaltigkeitsprojekt KIO oder dem Kulturportal KultinO bringen wir Menschen zusammen und fördern das Positive.

Gerade jetzt, wo negative, identitäre Gruppen ihre Ideologien ästhetisch aufladen und so Spaltung befördern, zeigt sich die ungeheure Kraft von Kunst und Kultur. Wir dürfen diese Strahlkraft nicht den Zerstörern überlassen, sondern müssen sie bewusst für humanistische Werte einsetzen: Musik, Literatur, Theater und Bildende Kunst wecken Empathie, feiern Vielfalt und stiften Solidarität. Wenn Kultur zum Spiegel unserer gemeinsamen Menschlichkeit wird, entsteht eine verbindende Kraft, die Grenzen überwindet und Brücken des Verständnisses baut.

Walter: Du bleibst also dabei, dass Kultur mehr verbindet als trennt?

Welf-Gerrit: Ja, absolut. Wir haben so viele Gemeinsamkeiten, unabhängig von Religion oder Herkunft. Kultur ist der Kern von allem – Astrophysik, Politik, Biomedizin. Wenn wir sie nicht für humanistische Ziele nutzen, sondern Politik zur trockenen Verwaltung wird, schaden wir uns selbst. Kultur hat eine unglaubliche Strahlkraft, die wir nutzen sollten.

Walter: Solange wir können! Vielen Dank, Gerrit, das war ein tolles Gespräch.

Welf-Gerrit: Sehr gerne, lieber Walter, es war mir eine große Freude und Ehre mit dir über diese wichtigen Themen zu sprechen.